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Jahr 2022

Der Club der Frau auf Reisen

Nach langer Zeit konnte der Club der Frau wieder die Koffer packen. Diesmal ging es nach Belgien, ins schöne Maastal.

Bei der Anreise gab es einen ersten Stopp bei der Abtei von Tholey. Sie ist das älteste Kloster auf deutschem Boden. Sie wurde 634 n.Chr. erstmals urkundlich erwähnt und beherbergt heute noch 12 Mönche. Besonders interessant sind die Glasfenster. 30 Fenster wurden von Mahbuba Maqsoodi, einer afganischen Künstlerin muslimischen Glaubens entworfen. Die 3 Chorfenster gestaltete Gerhard Richter. Der Kontrast zwischen den völlig unterschiedlichen Fenstern war faszinierend.
Und weiter ging die Fahrt nach Anhée, wo die Gruppe Quartier bezog. Am 2. Tag besuchten sie zusammen mit Frau Bings, der örtlichen Reiseleitung, die gut deutsch sprach und sehr bewandert war, die Gärten von Annevoie. Ein herausragendes Kulturerbe der Wallonie. Diese Gärten verbinden harmonisch die unterschiedliche europäische Gartenarchitektur, wobei das Augenmerk auf die Wasserspiele gelenkt wird. Mit diesen schönen Eindrücken fuhren die Damen weiter nach Dinant, deren imposante Stiftskirche Notre Dame vor einer hundert Meter hohen Felswand thront. Das alles wird von einer mächtigen Festungsanlage gekrönt. Der Tag war noch nicht zu Ende. Jetzt ging es mit dem Schiff zum Schloss Freyr, von wo aus die herrliche Panoramalage an der Maas bewundert werden konnte.
Hoch über Namur, der Hauptstadt der Wallonie, liegt eine mächtige Zitadelle, eine der größten Festungsanlagen Europas. Von dort hat man einen wunderbaren Blick auf die Altstadt, die zum Bummeln einlädt. Durbuy, die angeblich kleinste Stadt der Welt verwöhnte die Damen bei einem Rundgang mit leckeren Kostproben.
Die Zeit verging wie im Flug und die Abreise rückte näher. Zuvor besuchte die Gruppe noch das Trappistenkloster von Orval. Bei einem geführten Rundgang konnten sich die Damen über die Größe und die Architektur ein Bild verschaffen. Die ehemalige Abtei blieb als Ruine stehen, so floss alt und neu ineinander, wodurch fantastische Fotomotive entstanden. Berühmt sind das dortige Bier und der Käse. Die Gruppe bekam zum Abschluss noch eine Bierprobe mit Käsehäppchen. Dann ging es endgültig nach Hause.      

„Club der Frau“ feiert 50-jähriges Bestehen So viel mehr als nur ein Kaffeekränzchen

Der „Club der Frau“ Bietigheim-Bissingen feiert sein 50-jähriges Bestehen. Was den Club auszeichnet, was sich über die Jahre verändert hat und warum er so viel mehr als ein Kaffeekränzchen war und ist, erklärt Vereinsvorsitzende Walburga Schell.

In den 1960er-Jahren entwickelte sich das Siedlungsbauprojekt „Buch“ in Bietigheim-Bissingen rasant. 1953 als kleine Landsiedlung für Heimatvertriebene entstanden, wurde es zum beliebten Wohngebiet. „Viele Familien sind damals in das neue Wohngebiet gezogen, darunter auch viele Frauen, die sich der Familie widmeten“, berichtet Walburga Schell im Gespräch mit der BZ. Die Vorsitzende des „Clubs der Frau“, der dieses Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, erinnert daran, dass es zu der Zeit üblich war, dass Frauen nach der Familiengründung kaum noch berufstätig waren.

Wunsch nach mehr

Unter den Frauen entstand der Wunsch, dass es neben dem Familienalltag noch etwas anderes gibt. Einige junge Frauen seien sich einig gewesen, dass es ihnen nicht reiche, „nur“ Hausfrau zu sein. Sie wollten sich weiterbilden. „Es wurden Treffen veranstaltet, auf denen Referenten über gesellschaftskritische, kulturelle und politische Themen sprachen. Auch Kreatives war dabei, um den eigenen Horizont zu erweitern. Ebenso gehörten Ausflüge und Reisen fest zum Programm“, zählt die Vorsitzende auf. Marlene Widmann ergriff Anfang der 70er-Jahre die Initiative und gründete den „Club junger Hausfrauen“ als Untergruppe des Ortsverbands des Deutschen Hausfrauenbundes Bietigheim. Die Gründungsveranstaltung wird datiert auf den 12. April 1972. Vier Jahre später wird aus dem „Club junger Hausfrauen“ der „Club der Frau Bietigheim-Bissingen“. Den Vorsitz hatte zu der Zeit Haidi Halla übernommen, die noch immer Mitglied ist und in diesem Jahr für ihre langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet wird. Ebenso Rosemarie Ade, Doris Bakker, Marianne Baur, Helga Dzikowski, Christa Heimberger, Monika Jacobi, Inge Noack, Margret Roßberg sowie Margrid Roth. Maria Möckl und Theresia Wilhelm sind seit 45 Jahren dabei und Eva-Maria Hennicke, Marianne Lösche und Ursula Rudolph seit 25 Jahren.
In den Anfangsjahren wurde die Hauswirtschaft viel thematisiert. „2020 haben wir unsere Satzung geändert und haben die Hauswirtschaft rausgestrichen. Das war einfach nicht mehr zeitgemäß“, sagt Schell. Das Interesse liege eher auf Kultur, Kunst und Geschichte.

Immer am Zahn der Zeit

Doch auch schon in den frühen Jahren des Vereins sei es keinesfalls nur ums Kaffeetrinken gegangen. „Es fanden Tagungen der Konrad-Adenauer-Stiftung statt, und die Landeszentrale für politische Bildung organisierte Seminare, die sehr gefragt waren“, sagt Schell. Betriebsbesichtigungen, Stadtführungen, Museumsbesuche und die beliebten Clubreisen – auch ins Ausland – führten zu einem großen Mitgliederzuwachs. 170 Mitglieder hatte der Verein zu seiner Bestzeit. Aber auch heute sind es noch 123.

1984 bot der Verein den Kurs „Neuer Start mit 35“ an, der Frauen fit machen sollte, um beruflich durchzustarten. Auch im sozialen Bereich engagierten sich die Frauen. Sammelten Geld durch Kuchenverkäufe oder Flohmärkte. Mit den Einnahmen setzten sie sich für das Frauenhaus in Ludwigsburg ein oder für Organisationen zugunsten kranker Kinder.

1993 übernahmen Heidi Hellmann und Margrid Roth den Vorsitz, und wie auch ihre Vorgängerinnen waren sie stets am Puls der Zeit. Ab 1997 wurden Computerkurse organisiert. Noch heute ist es der Vorsitzenden Walburga Schell und ihrer Stellvertreterin Mechthild Friedrich, die beide seit 2015 im Amt sind, ein großes Anliegen, eine moderne Homepage zu pflegen. Ebenfalls 2015 gab Margret Roßberg das Amt der Schatzmeisterin nach 45 Jahren an Ursel Müller weiter.

Wandel über die Jahre

Wie sich der Verein seit seiner Gründung gewandelt hat? „Wir sind älter geworden“, sagt Schell und lacht. Der Verein richte sich nun an Frauen, die das Berufsleben hinter sich haben und im Ruhestand sind. Sie selbst sei vor gut 20 Jahren dem Verein beigetreten, eben als sie Rentnerin geworden war.
Ihr Fazit zum „Club der Frau“: „Es wurde viel von Frauen für Frauen auf den Weg gebracht. Wenn es den ‚Club der Frau’ nicht gebe, müsste man ihn glatt erfinden“, sagt die Vorsitzende voller Überzeugung.

„Club der Frau“: Die Jubilare

50 Jahre
Ade Rosemarie; Bakker Doris; Baur, Marianne; Dzikowski, Helga; Halla, Haidi; Heimberger, Christa; Jacobi, Monika; Noack, Inge; Roßberg, Margret; Roth, Margrid

45 Jahre
Möckl, Maria und Wilhelm, Theresia

25 Jahre
Hennicke, Eva-Maria; Lösche, Marianne; Rudolph, Ursula

Heidi Vogelhuber
 

 

                                                                                                                    

Ein Ausflug wie aus dem Bilderbuch - schöner kann es nicht sein

Lasst Blumen sprechen
Unter diesem Motto führte der erste große Ausflug in diesem Jahr den Club der Frau auf die Schwäbische Alb zum Landschaftsgarten von Prof. Dr. Doschka. Einen schönen Garten hatten alle erwartet aber so eine großzügige Parkanlage nicht. Die Liebe zur Kunst und zur Natur inspirierte Herrn Dr. Doschka, der seine Visionen in die Tat umsetzen konnte. Auf verschiedenen Ebenen entstand jeweils ein Garten mit einem eigenen Charakter. In Anlehnung an Monets Blumen- und Seerosenbilder entstand ein südfranzösischer Garten. Für einen englischen Garten wurden entsprechende Gartenhäuschen eingeflogen. In einem anderen Teil stand die Philosophie Pate, um nur einige Ebenen zu benennen. Alle Teile zusammen ergaben eine wunderbare Symphonie, an der man sich nicht sattsehen konnte. Leider hatte es der Wettergott nicht gut mit den Clubdamen gemeint, was die Begeisterung aber keineswegs minderte.

Nach einem ausgezeichneten Mittagessen ging es weiter nach Inneringen zum „GewandhausMuseum“. Dieses Museum versetzte uns in eine andere Welt. Die Künstlerin Ilse Wolf hatte, unterstützt von ihrer Tochter, in jahrelanger Arbeit mit viel Kunstsinn und Liebe zum Detail Gewänder aus früheren Epochen genäht und damit Schaufensterpuppen eingekleidet, einschließlich stilgerechter Perücken und passender Schminke. In jedem Raum war eine andere Epoche zu sehen. Angefangen vom Mittelalter zu Barock, Rokoko und vielen anderen Epochen. Selbst die Gräfin von Mantua war zu sehen, die hier lebte und viel Gutes bewirkte. Bis zu den Tudor reichte die Palette. Insgesamt 500 Jahre Mode im Wandel der Zeit. Jeder Raum war mit einem passenden Interieur zu seiner Epoche ausgestattet. Zu so einer Lebensaufgabe gehört Liebe, Fachwissen und Geduld. Dazu eine Familie die voll dahinter steht.
Es war ein Ausflug der besonderen Art, an den man sich immer wieder gerne erinnert. 

Es wär' so schön gewesen

Ein Besuch in der Klima Arena Sinsheim stand 2020 und 2021 in unserem Programm. Dieser Ausflug musste in beiden Jahren, bedingt durch die Pandemie storniert werden. Nachdem aller guten Dinge drei sind, wagten wir es, diesen Ausflug erneut in unser aktuelles Programm aufzunehmen. Diesmal musste es doch klappen.
Erwartungsvoll saßen wir im Zug. Irgendwann musste doch der bekannte Pfiff, der die Abfahrt signalisiert, ertönen. Nichts rührte sich. Nach einer gefühlt langen Zeit kam der Zugbegleiter in unser Abteil und erklärte, dass wir alle wieder aussteigen müssten, da es auf dieser Strecke zu einem Unfall gekommen sei und momentan kein Zug in Richtung Heilbronn fahren könnte. Wie bestellt und nicht abgeholt standen wir in der Bahnhofshalle – was nun? Wir ließen uns nicht verdrießen und gingen gemeinsam ins Café Blatter. Mit Kaffee und Brezeln trösteten wir uns und bald hörte man nur noch fröhliche Stimmen.