Zum Hauptinhalt springen

Alraunes Privatmuseum und Schloss Glatt

Der letzte Busausflug in 2018 führte eine Gruppe des Clubs der Frau durch eine reizvolle Landschaft nach Haigerloch, gelegen im Zollernalbkreis im Tal der Eyach.

Wer denkt schon, dass in so einem kleinen, beschaulichen Ort ein kulturelles Juwel zu finden ist. Bereits 1095 war die erste urkundliche Erwähnung. Die Burg, in der unterschiedliche Geschlechter lebten, gab den Rahmen für die Stadt. Unter Rudolf von Habsburg gab es eine Blütezeit, der ein rascher Niedergang folgte. Im Streit trennten sich Ober- und Unterstadt. Durch ein Tauschgeschäft Kaiser Maximilians I. fiel Haigerloch 1497 an die Hohenzollern. Eine rege Bautätigkeit begann. Fürst Johann Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen (1715-1769) verlegte seine Residenz nach Haigerloch. Unter ihm wurde der Ort zum barocken Fürstensitz ausgebaut und eine neue Blütezeit begann. Fürst Joseph-Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen ließ die Wallfahrtskirche St. Anna errichten, eine der schönsten Barock-Rokoko-Kirchen der Hohenzollern. Wer diese üppige Pracht liebt, wird begeistert sein – die Damen des Clubs waren es auf jeden Fall.
Durch ihre Schlichtheit besticht dagegen die evangelische Kirche, erbaut im neugotischen Stil nach den Plänen des königlich-preußischen Salineninspektors K.L. Raiffeisen. Für die Verwirklichung waren viele Spenden nötig. Sie beherbergt einen kulturellen Schatz neuerer Zeit. 1952/53 erfüllte sich der Düsseldorfer Kunstmaler Friedrich Schüz einen Traum. Er entschloss sich zu einer Rekonstruktion des Abendmahls von Leonardo da Vinci in den original Abmessungen. Einen Unterschied gibt es, denn im Gegensatz zum Original sind die Füße dargestellt. Auch dieses Gemälde war ungemein beeindruckend.

Nach einem ausgezeichneten Mittagessen wurde die Besichtigungsreihe fortgesetzt und die Clubdamen erwartete die surreale Welt des Ehepaares„Alraune“ im ehemaligen Hotel Schwanen in Haigerloch Unterstadt. 70 menschengroße Textilgeschöpfe samt vielem Zubehör sind in ausgeklügeltenSzenarien auf 3 Stockwerke verteilt. Die ausgebildete Kunstdesignerin überlegt sich jedes Jahr ein neues Thema. Die Winterpause wird dazu genutzt, alles entsprechend umzuarbeiten und neu zu arrangieren. Dieses Jahr drehte sich alles um das Thema „Wurst“. Alraunes Gefühl für Wurst scheint sehr ausgeprägt zu sein. Die Gruppe amüsierte sich köstlich und bewunderte gleichzeitig die Fertigkeiten der Künstlerin. Man muss dieses Privatmuseum einfach mit eigenen Augen gesehen haben.

Bevor der Rückweg endgültig angetreten wurde, ging es weiter zum Schloss Glatt. Noch einmal durften sich die Damen ins Barockzeitalter versetzen, um ihren Kaffee im wunderschönen Schlosscafé zu trinken.

Der Club der Frau auf den Spuren von Karl dem Großen

Die diesjährige Clubreise ging mit geschichts- und kulturbegeisterten Mitgliedern nach Aachen, der wohl europäischsten Stadt im Dreiländereck Niederlande, Belgien und Deutschland.

Früh um 07:00 Uhr begann die Reise in Richtung Norden. In Ingelheim, wo ein erster Stopp eingelegt wurde, wartete schon der Gästeführer. Besichtigt wurde die Kaiserpfalz bzw. das, was noch aus dieser Zeit übrig geblieben ist. Im Mittelalter sah diese Pfalz ganz anders aus. Sie gehörte zu den Herrschaftszentren des Reiches. In der von Karl dem Großen erbauten, einst imposanten Kaiserpfalz wurden historisch bedeutsame politische Entscheidungen getroffen. Karl der Große verurteilte hier den Bayernherzog Tassilo III. wegen Treuebruchs. Ludwig der Fromme hielt große Reichsversammlungen ab, die Ottonen feierten ihre Osterfestkrönungen, der Salierkönig Heinrich IV. wurde von seinem Sohn Heinrich V. zur Abdankung gezwungen. Unter dem Stauferkönig Friedrich I. Barbarossa, wurde die Ingelheimer Pfalz erweitert und befestigt. In diesen ehrwürdigen Ruinen gönnten sich die Damen ein Schlückchen Sekt und eine Brezel und schon ging es weiter auf der alten Römerstraße, der heutigen Autobahn zum Hauptziel nach Aachen.

Der zweite Tag begann mit einer außergewöhnlich guten Führung in der Domschatzkammer und im Dom.
Der Aachener Dom, seit 1978 UNESCO-Weltkulturerbe, wurde als Pfalzkapelle Karls des Großen zwischen 793 und 813 erbaut und nur ein Jahr nach Fertigstellung zur letzten Ruhestätte des Kaisers. Mit seinen Säulen aus griechischem und italienischem Marmor, den Bronzetüren sowie der ersten Gewölbedecke nördlich der Alpen seit der Antike, stellt der Dom ein außergewöhnliches Meisterwerk dar. Die Schönheit im Inneren überwältigte die Gruppe. Allein 32 Mio. Mosaiksteinchen glitzerten im Halbdunkel.1000 m2 umfasst die Fläche der Fenster in der Chorhalle. Unwillkürlich wird der Besucher an Ravenna und Byzanz erinnert. Beide Baustile konnte man erkennen. Es ist nur folgerichtig, dass über einen Zeitraum von 600 Jahren im Aachener Dom 30 deutsche Könige und 12 Königinnen gekrönt wurden.
Der Aachener Domschatz gilt als die bedeutendste kirchliche Schatzkammernördlich der Alpen. Zu bestaunen sind sakrale Kulturschätze aus spätantiker, karolingischer, ottonischer und staufischer Zeit. Darunter sind einzigartige Exponate wie das „Lotharkreuz“ und die „Karlsbüste“. Diese Kunstschätze sind sowohl archäologische als auch geschichtliche Dokumente von unschätzbarem Wert.
Nach einer ausgiebigen Mittagspause begaben sich die Teilnehmerinnen mit ihrer Gästeführerin auf die „Route Charlemagne“ – ein Spaziergang durch Aachens Geschichte. Aachen hat noch mehr zu bieten als Historie. Es ist auch die Stadt des Wassers. Die heißen Thermalquellen (73 Grad) nutzten schon die Römer. Selbst in der Jungsteinzeit war das heilende Wasser bekannt. Es ist kein Wunder, dass Karl der Große sich eine Pfalz in unmittelbarer Nähe baute. Viele gekrönte Häupter suchten seither Linderung in den Thermen. Aber Aachen ist auch eine Stadt des Wissens. Bereits Karl der Große berief Gelehrte aus allen Teilen Europas an seinen Hof. So ist es nur verständlich, dass sich heute eine der bedeutendsten technischen Universitäten Europas in Aachen befindet. Die Studenten aus aller Welt beweisen dies.

Der dritte Tag begann mit einer Führung im Rathaus. Ein imposanter Bau. Nach dem Verfall und weitgehendem Abriss der karolingischen Pfalz im 13. Jh. wurde ein Neubau erstellt mit einer doppelten Funktion als Verwaltungssitz und Festsaal. Dem Stadtbrand von 1656 fielen auch der Dachstuhl und die Turmhelme zum Opfer. Das Rathaus wurde „moderner im Barockstil“  wieder aufgebaut. 1840 begann der Rückbau zur Gotisierung. Der Krönungssaal war das absolute Highlight dieses Vormittags: Ein zweischiffiger Saal, dessen jeweils 5 Kreuzrippengewölbe durch 4 mächtige Säulen unterteilt sind, war mit seinen 45 m Länge und 18,5 m Breite nach seiner Errichtung um 1349 der größte profane Saal im Heiligen Römischen Reich. 
Nachmittags fuhr die Gruppe durch eine grüne, hügelige Landschaft in den Vorort Kornelimünster, wo sie von einer rheinischen Frohnatur begrüßt wurden. Er wusste unendlich viel zu berichten, war stolz auf seine Stadt und brachte die Gruppe immer wieder zum Lachen. Tatsache ist, dass Benedikt von Aniane gemeinsam mit Kaiser Ludwig dem Frommen, Sohn und Nachfolger von Karl dem Großen, das Kloster Kornelimünster gründeten. Ludwig der Fromme war, wie schon der Name sagt, ein frommer, introvertierter Mensch, der von Zeit zu Zeit ein Rückzugsgebiet brauchte, um wieder Kraft zu schöpfen für das quirlige Aachen. Im Zuge der Säkularisierung löste Napoleon das Kloster auf. Der Nachfolgebau ist die heutige Pfarrkirche. Sie hat kostbare Reliquien, die im 7-jährigen Rhythmus den Gläubigen gezeigt werden. Kornelimünster selbst blieb in den beiden Weltkriegen weitgehendst verschont, so dass der charmante Ortskern mit seinen Bürgerhäusern aus dem 17. Und 18. Jh. erhalten blieb und gerne als Filmkulisse genutzt wird.

Am letzten Tag hieß es Koffer packen und Abschied nehmen. Auf der Rückreise wurde noch ein Stopp im Kloster Lorsch mit Führung eingelegt. 772 wurde das Kloster  Karl dem Großen übertragen, der es unter seinen Schutz stellte. Seit seiner Gründung in karolingischer Zeit bis weit in das Hochmittelalter, gehörte das Kloster zu den wichtigsten kulturellen Zentren zur Verbreitung der am Königshof entwickelten Bildungsprogramme. Die noch erhaltenen Werke der einst sehr berühmten Bibliothek sind heute auf 54 Orte in 17 Ländern verteilt. Darunter das in medizinischer Hinsicht als wichtiger Vorreiter erachtete „Lorscher Arzneibuch“ aus dem 8. Jh. Von den Gebäuden sieht man nicht mehr viel. Lediglich die Königshalle, ein Kirchenfragment und der südliche Teil der Klostermauer (alle drei Bauten gehören zum UNESCO WELTERBE).

Um wieder aus der karolingischen Zeit in die Gegenwart zu gelangen, kehrten die Damen bei strahlendem Sonnenschein in eine Gartenwirtschaft ein und ließen es sich gut gehen. Danach ging es zügig zurück nach Bietigheim, wo schon Familienangehörige warteten, um die müden Reisenden in Empfang zu nehmen.

Leben und Luxus im Mittelalter - Campus Galli und Schloss Sigmaringen

Der Club der Frau auf der karolingischen Baustelle Campus Galli in Meßkirch am Bodensee. Eine spannende Zeitreise ins 9. Jahrhundert verbunden mit dem höfischen Leben auf Schloss Sigmaringen

Vor über 1200 Jahren zeichneten Mönche auf der Insel Reichenau den Idealplan einer unabhängigen Klosterstadt. Viele Jahrhunderte schlummerte dieser Plan in den Archiven der Stiftsbibliothek St. Gallen - jedoch keineswegs vergessen. Dieser weltberühmte Plan wird nun in einem Waldstück umgesetzt. Fachkräfte, Helfer und Langzeitarbeitslose arbeiten Hand in Hand um dieses einmalige Projekt mit den Hilfsmitteln des 9. Jh. umzusetzen. Entlang des Rundwegs kann man Handwerkern über die Schulter schauen, wie sie mit selbstgefertigtem Werkzeug ohne technische Hilfsmittel täglich an ihrer Klosterstadt bauen. Das Projekt ist auf ca. 40 Jahre angelegt. Für die Handwerker ist es ein Eldorado, denn wo können sie heute noch z.B. als Drechsler, Seiler oder Schindelmacher arbeiten? Der Besucher sieht echte Handwerkskunst.
Nach einem Imbiss auf dem Marktplatz der Klosterstadt fuhren die Teilnehmer weiter zum Schloss Sigmaringen. Der Adel mit seinem höfischen Leben stand auf dem Programm. Kontrastreicher kann ein Ausflug nicht sein.

Hoch über der Donau erhebt sich auf dem Schlossberg das Schloss Sigmaringen. Es ist bis heute der Wohn– und Verwaltungssitz des hochadeligen Geschlechts der Hohenzollern. Im Jahr 1061 erstmals erwähnt, leitet sich der Name von der Burg Hohenzollern bei Hechingen ab. Im Verlauf der langen Familiengeschichte sind mehrere Linien entstanden, darunter auch die brandenburgische, der die preußischen Könige und ab 1871 die deutschen Kaiser entstammten. Dies und der große Einfluss auf Europas Adelshäuser ist u.a. einer sehr geschickten Heiratspolitik zu verdanken. Das Schloss selbst hat zahllose Umgestaltungen durch Brände, Neu- und Anbauten erlebt, sodass architektonisch mehrere Epochen und Stilrichtungen zusammenfließen. Bei einer sehr guten Führung konnte die Gruppe in den historischen Alltag und die Geschichte der Hohenzollern eintauchen. Zu sehen waren Prunkräume mit Kunstsammlungen, historische Möbel und Porzellan.

Vor der Rückfahrt entspannten sich alle bei Kaffee und Kuchen im Schlosscafé und ließen die Eindrücke des Tages noch einmal Revue passieren.

Der Club der Frau auf den Spuren von Hermann Hesse in Calw

Das malerische Fachwerkstädtchen Calw im Nordschwarzwald war das Ziel einer größeren Gruppe Damen vom "Club der Frau". Man wandelte auf den Spuren von Hermann Hesse. Was liegt also näher als seinen Geburtsort aufzusuchen.
Am Ortseingang von Calw wurden die Damen von der Stadtführerin empfangen und zu der  Bronzefigur "Knulp" geleitet, einer Romanfigur Hessens. Diese Statue verkörpert den Minimalismus. Seine Habe im Bündel, abseits der Gesellschaft lebend und doch zufrieden und froh. Zitat: Wahrer Beruf für den Menschen ist nur, zu sich selbst zu finden.
Weiter ging es zur Nikolausbrücke mit seiner kleinen gotischen Kapelle, dem Lieblingsplatz des kleinen Hermann. Hier steht der berühmteste Sohn der Stadt Calw in Bronze gegossen. Sinnend schaut er stadteinwärts: „Zwischen Bremen und Singapore habe ich manche hübsche Stadt gesehen. Die schönste Stadt von allen aber die ich kenne, ist Calw an der Nagold.“
Am Marktplatz liegt des Dichters Geburtshaus. Hier kam er 1877 zur Welt.
Sein Vater war ausgebildeter Missionar. Das Elternhaus streng protestantisch-pietistisch. In Calw verbrachte Hesse prägende Kindheits- und Jugendjahre.
Zu seiner Zeit hatte die Stadt etwa 4200 Einwohner. Es zeugen noch an die 200 denkmalgeschützte Fachwerkhäuser von dem Reichtum der Stadt. Hesse besuchte hier das Reallyzeum.
Aber auch Basel, Maulbronn und Tübingen waren Stationen wo er aufwuchs.
1946 erhält Hermann Hesse den Friedensnobelpreis. Er ist heute einer der weltweit meist gelesenen deutschsprachigen Schriftsteller. Seine Bücher wurden in 60 Sprachen übersetzt.
Seine Wahlheimat war Montagnola im Tessin.  Hier lebte er mit seiner dritten Frau Ninon Dolbin bis zu seinem Tode im Jahre 1962.
Nach der literarischen Stadtführung ging es zum historischen Stadtpalais "Haus Schütz". 1990 ist es als Hermann-Hesse-Museum eröffnet worden. Hier befindet sich die umfangreichste öffentlich ausgestellte Sammlung von Hermann Hesse. Zitat: Nur das Denken, das wir leben, hat einen Wert.

Es waren 2 interessante und unterhaltsame Stunden welche der" Club der Frau " in Calw verbrachte.
Zum Abschluss ging es in ein Restaurant, zum wohlverdienten Mittagessen.

Die Etrusker (Raśna) - Weltkultur im antiken Italien

Im Badischen Landesmuseum begrüßte uns eine Etruskerin, bekleidet mit einer eleganten Toga. Sie plauderte charmant über sich, ihre Familie und ihre Landsleute. So tauchten wir ein in die Welt der Etrusker – soweit bekannt. Woher sie kamen ist bis heute ungeklärt. Sicher ist jedoch, dass es sich um eine der führenden Hochkulturen im westlichen Mittelmeerraum vom 10. bis 1. Jh. vor Chr. handelte. Die Etrusker waren gebildet. Eine offene Gesellschaft, die mit den Phöniziern, Griechen, Ägyptern und den Kelten Handel trieb. Der griechische Einfluss ist deutlich am Bau ihrer Tempel zu sehen. Die Bevölkerung liebte das Leben mit allen Sinnesfreuden. Die Bauingenieure und Architekten steuerten das Ihre zum Wohlfühlen bei. Wasserleitungen waren schon vorhanden. Auch gab es ausreichend gut funktionierende Brunnen in den Städten. Mächtige Stadtmauern mit gewaltigen Stadttoren schützten die Bevölkerung (noch heute zu sehen in Volterra). Drohte Gefahr, konnten sich die Einwohner von Orvieto (Velzna) in ihre in den Tuffstein gegrabene unterirdische Stadt zurückziehen. So sehr sie das Leben liebten, vergaßen sie nicht ihre Toten, die mit kostbaren Grabbeigaben in Nekropolen beigesetzt wurden. Selbst Feuerbestattungen waren durchaus üblich.

Die Archäologen haben es schwer aus den wenigen stummen Zeugen die Geschichte der Etrusker nachzuvollziehen. Schrift und Sprache sind nur bruchstückhaft erhalten und geben Rätsel auf. Die Römer, die alles Etruskische vernichten wollten, haben ganze Arbeit geleistet. Die Etrusker gingen letztlich in der römischen Bevölkerung auf - vergessen wurde sie nie.    

Auf den Spuren der Blauen Reiter

37 Damen des Clubs der Frau machten sich auf den Weg nach Oberbayern, um den Spuren der Blauen Reiter zu folgen.

Zunächst ging die Fahrt nach München. Im Hotel Platzl wurde zur Stärkung ein zünftiges Weißwurstfrühstück serviert. Mit frischen Kräften ging es zum Lenbachhaus, wo die Damen auf 2 Gruppen verteilt eine sehr gute Führung erhielten. Franz von Lenbach (1836 – 1904) prägte  im späten 19. Jh. den Mythos von München als Kunststadt nicht unerheblich mit. Die gehobene Gesellschaft ging bei ihm ein und aus, um sich von ihm porträtieren zu lassen. Seine Malweise war klassisch. Er orientierte sich noch an den alten Meistern wie z.B. Rubens. Trotzdem wagte er sich schon ein klein wenig in die Neuzeit, indem er sich des neuen Mediums der Fotografie als Hilfsmittel bediente.

Und weiter ging die Fahrt nach Egling zur wohl verdienten Nachtruhe. Am 2. Tag stand als erster Programmpunkt das “Münter-Haus“ in Murnau am Staffelsee auf dem Programm. Dort traf die Gruppe auf die Kernzelle der Blauen Reiter. So nannte sich eine Gruppe von Künstlern, die sich im Jahr 1911 zusammenschloss. Ihr Ziel war es, die Grenzen des bisher üblichen Ausdrucksvermögens zu erweitern. Vom Abbild -  zum Sinnbild -  zur Abstraktion. Am 26.04.1912 erschien der „Almanach“ der Blauen Reiter, den die Maler  Wassily Kandinsky und Franz Marc gemeinsam herausgaben. Angeschlossen hatten sich weitere Künstler wie A. Kubin, A. Macke u.a. Sie verfassten in ihrem Almanach einen Leitfaden für die Kunst des 20. Jh.

Zurück zum Münter-Haus. W. Kandinsky und Gabriele Münter lebten häufig in diesem Sommerhaus. Sie bemalten die Möbel und die Treppe nach eigenen Entwürfen. Auch den Garten legten sie gemeinsam an. Die schöne Landschaft des Staffelsees spiegelt sich teilweise in ihren Landschaftsbildern wieder.

Im Schloss Murnau, das die Damen ebenfalls mit einer Führung besichtigten, waren viele Werke der Künstlergruppe Blaue Reiter, die sehr gut erklärt wurden. Es gab immer wieder Beispiele, die den Weg der klassischen Malkunst zum Expressionismus verdeutlichten. 

Zum Schluss besuchte die Gruppe noch das Franz Marc Museum am Kochelsee. In diesem Museum zeigte es sich ganz deutlich, dass die Mitglieder der Blauen Reiter ihre individuellen Malstile beibehielten. Franz Marc hatte z.B. Farben als Symbole, die er häufig bei Tierbildern verwendete. Bei Wassily Kandinsky kann man häufig keine konkreten Figuren mehr erkennen.

Die Blauen Reiter fielen 1914 mit Beginn des 1. Weltkriegs auseinander. Sie bestanden gerade erst 3 Jahre. Trotz dieser kurzen Zeit übten sie einen großen Einfluss auf die weitere Entwicklung der modernen Kunst aus. 

Osterausflug nach Baden-Baden

Baden-Baden lockt immer. Es ist eine Stadt mit eigenem Flair und das Burda-Museum bietet stets besondere Ausstellungen. AMERICA! AMERICA! How real is real? Die modernen Künstler wie Andy Warhol, James Rosenquist, Roy Lichtenstein und Tom Wesselmann greifen Probleme auf und machen die Ängste der Bevölkerung sichtbar. Sie reflektieren in ihren Werken die US-Gesellschaft kritisch. Ein Gegenentwurf zum ideologischen Patriotismus. Jedes Thema wird aufgegriffen. Sei es der Vietnamkrieg, der Watergate-Skandal oder die Rassenunruhen bis hin zum elektrischen Stuhl. Die Künstler haben den Wunsch, die Realität nicht nur auf neue Weise zu zeigen, sondern die Welt bzw. die USA zum Positiven zu verändern. Gerade in Zeiten von „Fake News“ soll ihre Kunst zum Nachdenken anregen.
Die Damen wurden von einer Kunsthistorikerin mit großem Sachverstand geführt, die Interesse an den spontanen Äußerungen der Laien über einzelne Bilder zeigte. Anschließend folgte ihre sachkundige Erklärung. Es war dadurch eine lebendige Führung wie man sie nicht alle Tage hat.

Nach einer ausgiebigen Mittagspause kam ein absolutes Kontrastprogramm – das Fabergé Museum. Die Gästeführerin war in der europäischen und speziell in der russischen Geschichte sehr bewandert und  so erhielt die Gruppe ganz nebenbei eine Lektion europäisch-russischer Geschichte.
Das „goldene Zeitalter“ Ende des 19. bis Anfang des 20. Jh. funkelte den Damen aus allen Vitrinen entgegen. Gold und Juwelen wohin man schaute. Das löste natürlich Begeisterung aus. Über 800 Exponate können in dem Museum bestaunt werden.

Wer war Carl Fabergé und woher kam die Familie? Sie waren hugenottischer Herkunft und fanden den Weg nach St. Petersburg über Ostdeutschland und dem Baltikum. Der Vater Gustav F. eröffnete bereits eine Goldschmiedewerkstatt. Carl F. besuchte in Dresden eine Handelsschule, ging nach Frankfurt und machte eine Lehre bei einem Juwelier. Anschließend besuchte er eine Goldschmiedeschule und ging schließlich nach Idar-Oberstein zu den Steinschleifern-und Schneidern. Auf seinen Reisen durch Europa lernte er die Vielfalt der Kunstrichtungen kennen. Perfekt ausgebildet ging er 1870 nach St. Petersburg zurück und übernahm die Leitung des Familienbetriebes. Erste Erfolge kamen mit den Kopien antiker skythischer Schätze. Carl F. erhielt eine Goldmedaille von Zar Alexander III. 1885 wurde ihm der Titel des Zarenhoflieferanten verliehen. Er wurde offizieller Gutachter des Zarenkabinetts. Internationale Erfolge brachten die Anerkennung, um bei der Weltausstellung 1890 in Paris die von ihm gefertigten kaiserlichen Ostereier des Zaren zu präsentieren. Der 1. Weltkrieg brachte den Rückschlag. Nach der Machtübernahme der Bolschewiken musste die Familie emigrieren. Es wurde es still um Carl F. Er starb 1925.  

Jahreshauptversammlung 2018 mit 15 Ehrungen

Nach der Begrüßung ließ die 1. Vorsitzende Walburga Schell in ihrem Geschäftsbericht einige Highlights des vergangenen Jubiläumsjahres Revue passieren: Es darf erinnert werden an den Sektempfang bei strahlendem Sonnenschein auf der Dachterrasse der Kronenstuben sowie an die musikalische Einlage der Musikschule. Ein weiterer Höhepunkt war im September die Reise nach Paris mit einem Besichtigungsprogramm ganz auf Frauen zugeschnitten. Die Damen besuchten u. a. die Academie de Luxe und die Dior-Ausstellung im Museum des Arts decoratifs, wo traumhafte Roben bestaunt werden konnten. Die Kultur kam aber nicht zu kurz, denn auch das Rodin-Museum mit seinem Skulpturenpark gehörte zum Programm. Ebenso das Marais-Viertel mit seinen Stadtpalästen, um nur ganz wenige Punkte zu nennen. Zum Abschluss des Jubiläumsjahres folgte noch in der Adventszeit ein Besuch im Friedrichsbau Varieté zur Nachmittagsveranstaltung: Varieté zum Tee. Die Damen sahen mutige Stunts, Zauberer und Jongleure. 

Es folgte der erste Bericht der neuen Kassiererin Ursula Müller. Ihr wurde von den Kassenprüferinnen eine einwandfreie Buchführung bescheinigt. Die Entlastung erfolgte einstimmig per Handzeichen. Anschließend folgte die Entlastung des Vorstands und des Beirats ebenfalls einstimmig per Handzeichen.
Frau Schell bedankte sich bei allen, die auf die eine oder andere Weise zum Gelingen des umfangreichen Jahresprogramms beigetragen haben. 

In diesem Jahr konnte der Club der Frau 15 Mitgliederinnen ehren, die alle eine Urkunde und eine langstielige Rose erhielten. Es sind dies im Einzelnen
für 25-jänrige Mitgliedschaft:
Ilse-Marie Baldauf,  Inge Dörr, Franziska Hohlberg, Christa Natale, Irene Schramm, Gisela Schüssler, Inge Wolkenhauer und Ursula Wörnle
für 40-jährige Mitgliedschaft:
Ursula Bezner, Christel Ebinger, Eva-Maria Isensee und Johanna Neuffer
für 45-jährige Mitgliedschaft:
Luitgard Fuhr, Gisela Peters, und Christa Schneider
Bedauerlicherweise konnten nicht alle zu ihrer Ehrung persönlich kommen. Ihnen wird die Urkunde per Post zugesandt.

Die diesjährige Clubreise geht vom 13.09.2018 - 16.09.2018 nach Aachen. Die genaue Reisebeschreibung mit Konditionen wird zusammen mit dem neuen Halbjahresprogramm zugestellt.

Auftaktveranstaltung 2018

Auch in diesem Jahr hieß es wieder: Willkommen im Restaurant Otterbach zum traditionellen Neujahrsessen mit Sektempfang. Diese beliebte Veranstaltung darf in unserem Vereinsjahr einfach nicht fehlen.

Küche und Weinkeller überboten sich, uns diverse Leckereien mit passenden Weinen anzubieten. 

Dieses Jahr waren es vier mutige Damen, die wunderbare Beiträge vorbereitet hatten. Stellvertretend für alle Akteure sei das „Kreuzfahrtschiff Aida“, vorgetragen von Frau Halla, genannt. Die Aida sei auf jeden Fall die bessere Lösung wenn es um die Frage geht, Altersheim ja oder nein. Auf dem Schiff ist alles all inclusive. Seien es Reparaturen oder der persönliche Service. Immer begegnet man freundlichen Menschen. Der Service ist um ein Vielfaches besser als im Altersheim. So ernst dieses Thema eigentlich ist, so konnten wir doch herzhaft lachen.

Nach diesem gelungenen Auftakt freuen sich alle auf das „Närrische Raclette mit Hut“, eine seit Jahren beliebte Veranstaltung.